2. Tag: Sommerreise von Hubertus Heil durch das Braunschweiger Land unter dem Motto „Respekt und Zuversicht“

Der zweite Tag der Sommerreise des Bundesministers für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, MdB begann in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. In Begleitung der Landtagskandidatinnen Annette Schütze MdL und Julia Retzlaff wurden sie von der Präsidentin der PTB, Prof. Dr. Cornelia Denz, über die Bandbreite der Aufgaben informiert. „Die Metrologie umfasst nicht nur die Grundlagenforschung in Bezug auf Zeit, Masse, Länge und Kraft, sondern geht weit darüber hinaus und verbindet die Theorie mit vielen praktischen Umsetzungsmöglichkeiten hier am Standort“, so Denz.

Heil betonte in diesem Zusammenhang, dass das Braunschweiger Land die forschungsintensivste Region in Deutschland ist und die Politik dafür Sorge tragen muss, dies besser zu kommunizieren und die Sichtbarkeit zu verbessern. „Wir spüren in vielen Bereichen den Fachkräftemangel und müssen die Attraktivität unserer Region immer wieder betonen, um auch weiterhin die besten und klügsten Köpfe für uns zu gewinnen“, so Heil. Dabei spielen in Zukunft flexible Arbeitszeitmodelle eine immer wichtigere Rolle. Dies werde laut Denz bei der PTB auch zu vielfältigen Veränderungen führen, die aber in Kooperation mit dem Personalrat umgesetzt werden. „Wir wollen moderne Arbeitsformen implementieren, die flexible und verlässliche Aufgabenteilung miteinander verbinden“, erklärte die Präsidentin.

Anschließend ging die Sommerreise nach Salzgitter, hier besuchte der SPD-Bezirksvorsitzende in Begleitung der beiden Landtagsabgeordneten Marcus Bosse und Stefan Klein zwei mittelständische Unternehmen. Die Firma Unipress legt großen Wer auf Umweltschutz und produziert daher zu 100 Prozent klimaneutral hochwertige Etiketten und Schilder für Industrie und Technik. „Vor allem die gestiegenen Energiekosten machen uns schwer zu schaffen. Wenn wir 25 Prozent mehr für Material und Energie bezahlen müssen, dann können wir diese Kosten nicht ignorieren, sondern müssen sie leider an die Kunden weitergeben“, so Olaf Kierchner, Geschäftsführer des Lebenstedter Unternehmens.

Im Anschluss ging es für Heil zur Bau- und Möbeltischlerei Budries. Knapp die Hälfte der 13 MitarbeiterInnen sind Auszubildende. Nachwuchsprobleme gebe es für das Unternehmen nicht, betonte der Geschäftsführer René Budries. „Allerdings spüren wir massiv die Verknappung auf dem Holzmarkt und die generell gestiegenen Materialpreise. Dies führt zwar noch nicht dazu, dass sich unsere Auftragslage verschlechtert. Es wird sich aber mittelfristig negativ auswirken“, so Budries. Heil lobte das Unternehmen für die sechs Ausbildungsplätze und warb noch einmal dafür, dass ab der 5. Klasse Berufsorientierung an den Schulen angeboten wird. „Nur so können wir frühzeitig Talente fördern, aber vor allem Interesse an bestimmten Berufen wecken“, erklärte der Bundesarbeitsminister.

In Wolfenbüttel besuchte Heil anschließend mit dem Landtagskandidaten Jan Schröder und dem Landtagsabgeordneten Marcus Bosse die evangelische Stiftung Neuerkerode. Der Vorstandsvorsitzende Tobias Henkel erläuterte bei einem Rundgang die Kunstwerkstatt Villa Luise, wo neben Malerei mit Materialien wie Ton, Papier, Beton und Holz gearbeitet wird. Bei einer weiteren Station im inklusiven Dorf stellte er das Projekt „einfach Wasser“ vor. „Wir beschäftigen hier sechs Personen, die täglich 150 Flaschen produzieren. Dabei steht die Flaschenreinigung, Abfüllung und Versiegelung im Mittelpunkt der Tätigkeiten“, erläuterte Henkel. Nach der Besichtigung setzte sich Heil mit der örtlichen Mitarbeitervertretung zusammen, um sich über die soziale Arbeit vor Ort zu informieren. Dabei versprach er gern im weiteren Austausch zu bleiben und wiederzukommen.

Die Sommerreise endete im Chemiepark in Langelsheim. Hier wurde Heil von dem Landtagskandidaten Christoph Willeke begleitet. Am Standort sind rund 1.200 Menschen beschäftigt. Im Gespräch mit den Geschäftsleitungen und den Betriebsräten wurden die Probleme der chemischen Industrie diskutiert. „Der Krieg in Europa setzt uns schwer zu. Die Energieknappheit, die Energiepreise aber auch das Lieferkettengesetz setzen unsere Produktionsprozesse unter Druck. Hier wünschen wir uns mehr Unterstützung von Seiten der Politik“, erklärte Christian Brieke, Geschäftsführer und Werksleiter der Albemarle Germany GmbH. „Wir müssen Mittel und Wege finden, um unsere Wirtschaft und unsere chemische Industrie in Zeiten der Energieknappheit und des Krieges stabil halten zu können“, so Heil. Er nimmt die Themen nach Berlin mit und will den Dialog mit den Unternehmen am Standort fortführen, gern auch erweitert um die Themen Fachkräftemangel und Aus- und Weiterbildung.

 

Die zweitägige Sommerreise des Bundesarbeitsministers durch den Bezirk Braunschweig habe gezeigt, wo die Probleme von Unternehmen und Mittelstand sind und was von Seiten der Politik erwartet werde. „Die Besuche haben mir nochmal gezeigt, welche konkreten Auswirkungen die uns bekannten Probleme vor Ort mit sich bringen. Aber auch, wie damit konkret umgegangen wird und welche Lösungsvorschläge es von Seiten der betroffenen Unternehmensleitungen und Beschäftigten dazu gibt. In diesen krisenhaften Zeiten werden wir niemanden mit seinen Problemen allein lassen und nach gemeinsamen Lösungen und Perspektiven suchen“, so Heil zum Abschluss seiner Sommerreise.

 

 

Braunschweig, 11.06.2022