Vierte Sozialkonferenz von AWO, SPD und DGB in der Region Braunschweig bringt Diskussion in Gang: Wir sind alle unterschiedlich – Unternehmen brauchen alle Kompetenzen

Alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit anzuerkennen und sie nicht in Kategorien einzuteilen, dass dies schon heute Ziel sein muss, darüber waren sich alle Beteiligten auf der vierten Sozialkonferenz Region Braunschweig einig. AWO, DGB und SPD hatten eingeladen über das Thema „Vielfalt in der Arbeitswelt! Alle in die Arbeitswelt einbinden – Inklusion in Betrieb und Alltag.“ zu diskutieren. Rund 80 Gäste folgten der Einladung und diskutierten, moderiert von Hans Stallmach (NDR).

Hauptreferentin Prof. Ruth Enggruber
Klaus-Peter Bachmann, Landtagsvizepräsident und Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in der Stadt Braunschweig mit Dirk Bitterberg (stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig) und Michael Kleber, Vorsitzender der DGB-Region Südost Niedersachsen
Von links: Michael Kleber, Vorsitzender der DGB-Region Südost Niedersachsen, der SPD-Bezirksvorsitzende Hubertus Heil MdB, Dirk Bitterberg (stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig), Paul Arzberger, Experte von DGB und IG BCE, Prof. Dr. Michael Komorek (Projektleiter Inklusion als Handlungsmaxime der Organisationsentwicklung beim AWO-Bundesverband), Moderator Hans Stallmach, Dr. Carola Reimann (stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion), Referentin Prof. Ruth Enggruber, Professorin für Erziehungswissenschaft

Erste Impressionen auf der Facebookseite des AWO Bezirksverbandes (von Falk Hensel)

Weitere Berichterstattungen:

Vorab:

    Fortsetzung der PM:

    Die PodiumsteilnehmerInnen saßen ungewohnt in der Mitte der Aula des Hauses der Wissenschaft in Braunschweig und die Besucher hatten jederzeit die Möglichkeit sich in die Diskussion einzumischen und einen freien Stuhl im Zentrum zu besetzen. Nach den jeweiligen Beiträgen räumten die Gäste wieder ihren Platz und gaben diesen für andere Gäste aus dem Publikum wieder frei. „Das sogenannte Fishbowl ist eine frische Methode, die diese Diskussion sehr bereichert hat“, sagte SPD-Bezirksvorsitzender Hubertus Heil am Schluss der 3-stündigen kurzweiligen Konferenz. Begleitet wurde die Konferenz durch ein Graphic Recording, welches das Diskutierte während der Veranstaltung in Bilder darstellte und Kernaussagen damit festhielt. So konnten alle Gäste leichter die Materie erfassen.

    Die Veranstalter erläuterten bereits in der Begrüßung, dass ganz unterschiedliche Motivationen zur Auswahl des Themas der vierten Sozialkonferenz geführt haben. „Wir müssen mit Inklusion bei uns anfangen, am Arbeitsplatz“, verdeutlichte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AWO-Bezirksverbandes Braunschweig Dirk Bitterberg. DGB-Regionsvorsitzender Michael Kleber beschrieb, dass Inklusion für ihn auch Recht auf Arbeit und Ausbildung bedeutet und Hubertus Heil erläuterte, dass die Demografie für ihn ein Treiber der Inklusion sei. „Es ist eine Chance Fachkräfte zu finden“, so Heil.

    Paul Arzberger, DGB, Dr. Carola Reimann, stellv. Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Michael Komorek, Projektleiter Inklusion als Handlungsmaxime der Organisationsentwicklung beim AWO-Bundesverband und Prof. Ruth Enggruber, Professorin für Sozial- und Berufspädagogik an der Hochschule Düsseldorf sprachen zu den Themen Ausbildung, beruflicher Alltag und kommunale Rahmenbedingungen. Ruth Enggruber betonte, dass der Blick mehr in Richtung einer Struktur im Bildungssystem gewandt werden muss und weg vom Individuum. So könnte schneller das Ziel einer inklusiven Berufsausbildung erreicht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass Betriebe und Gesellschaft alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit anerkennen und diese nicht in Kategorien einteilen. Eine Freiwilligkeit der Wirtschaft inklusiv auszubilden und ein inklusiver Beschäftigungsbetreib zu sein führt schneller zu einer Ausbildung für alle, wurde im Fishbowl diskutiert. Betroffene schilderten ihren Lebensweg, in dem sie gut ausgebildet wurden. „Warum mache ich mir Gedanken um meine Ausbildung, wenn ich später keine Arbeit finde“, sagte ein Gast während der Gesprächsrunde und ein weiterer ergänzte „Wir wollen arbeiten, aber man lässt uns nicht.

    Die große Anzahl der Aspekte und Perspektiven um das Thema zu bearbeiten, führte zu dem Resultat, dass es nötig sei, dieses Thema in der Region weiter zu befördern. Neben einer Wertschätzung aller Kolleginnen und Kollegen in einem Betrieb muss es um praktische Dinge, wie die Qualifikation von Ausbilderinnen und Ausbildern, das Aufzeigen von Fördermöglichkeiten und die Schaffung von niederschwelligen Möglichkeiten sich dem Thema zu nähern, geben.

     Festzuhalten bleibt, dass es bisher zu wenige Betriebe gibt, die inklusiv ausbilden. AWO, DGB und SPD prüfen zurzeit, wie sie sich auch zukünftig dem Thema annehmen können, um die verschiedenen Akteure an einen Tisch zu bringen und allen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu helfen.
     

    Fotos: Sigrid Herrmann, Auszugsweise vom Bericht auf der Homepage von Klaus-Peter Bachmann