AsF lud zum Kino am Equal Pay Day

Anlässlich des Equal Pay Day lud die AsF im Unterbezirk Wolfenbüttel am Freitag, den 20. März 2015, zum traditionellen Filmabend für Frauen in den Filmpalast Wolfenbüttel ein. Gezeigt wurde in diesem Jahr die deutsche Komödie „Wir sind die Neuen“ von Ralf Westhoff.

Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, lag der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen 2014 erneut bei 22% und blieb somit gegenüber den Vorjahren konstant. Als Ursache für diese Gender Pay Gap gilt unter anderem der stärkere Verdienstanstieg in männerdominierten Branchen, wie dem Verarbeitenden Gewerbe, gegenüber Branchen, in denen traditionell viele Frauen arbeiten, wie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Doch selbst unter Berücksichtigung der statistischen Ursachen verdienen Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit nach wie vor noch rund 7% weniger als ihre männlichen Kollegen (bereinigte Gender Pay Gap).
Um auf diese Ungleichheit aufmerksam zu machen, findet der Equal Pay Day auf Initiative der Business and Professional Women (BPW), eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbstständige Frauen, seit 2008 in Deutschland statt. Auch die AsF im Unterbezirk Wolfenbüttel beteiligt sich seit Jahren an dieser Aktion und lud am diesjährigen Equal Pay Day wieder zum Kinoabend für Frauen, zu dem natürlich auch Männer herzlich willkommen waren.
Etwa fünfzig Interessierte nahmen die Einladung in diesem Jahr an und fanden sich im Filmpalast Wolfenbüttel ein. In ihrem Grußwort erinnerte Dörthe Weddige-Degenhard, AsF-Vorsitzende im Unterbezirk, noch einmal daran, dass der Equal Pay Day den Stichtag markiert, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, um den Vorjahresverdient ihrer männlichen Kollegen zu erreichen. Zugleich wies sie nicht nur auf Lohnunterschiede und ihre Ursachen hin, sondern auch auf Unterschiede zwischen den Generationen, denen sich der diesjährige Film auf humorvolle Weise widmete.
In Ralf Westhoff Komödie „Wir sind die Neuen“ mischen die drei Alt-68er Anne, Eddie und Johannes das Leben der engagierten Studenten Katharina, Barbara und Thorsten gehörig auf, als sie im Stockwerk unter ihnen eine WG gründen. Statt sich nämlich von ihren jungen Nachbarn die Einkäufe nach oben tragen zu lassen, beleben sie mit viel Wein und langen Nächten ihr altes Studentenleben wieder. Freilich trifft dieser Lebenswandel auf Widerstand, denn die karrierebewussten Studenten von heute fühlen sich davon ziemlich gestört.
Dabei thematisiert der Film nicht nur die unterschiedliche Lebensgestaltung zweier Generationen, sondern zeigt auch, was es heutzutage bedeutet jung bzw. alt zu sein. So bezahlt der Idealismus alter Zeiten dieser Tage weder die Miete, noch macht die Selbstoptimierung und Ökonomisierung des eigenen Karrierewegs heutzutage besonders glücklich – im Gegenteil sogar. Trotz dieser eher ernsten Botschaft blieb bei den Besuchern kaum ein Auge trocken. Stattdessen wurde herzhaft gelacht und der Abend ein voller Erfolg.

Text: Kristin Briese
Bild: Inge Ermert