Bericht zur Veranstaltung „Salafismus in Deutschland“

Bericht von Samara Morad (z.Zt. Praktikantin beim SPD Bezirk BS) zur Veranstaltung Salafismus in Deutschland Die Themen Extremismus und Radikalisierung machen sich auch in Niedersachsen zunehmend bemerkbar. Regelmäßige Bragida-Demonstrationen und Gegendemonstrationen sind auf der Tagesordnung, auch Gründungen wie der Verein „Der Schlüssel zum Paradies“ sind Folgen dieser Entwicklungen.

Samara Morad mit der Referentin Daniela Schlicht und AG-Vorsitzenden Christos Pantazis

Vor diesem Hintergrund fand am Mittwoch, den 28. 01. 2015 in der Schloßstraße in Braunschweig eine Veranstaltung zum Thema „ Salafismus in Deutschland und Niedersachsen- Erscheinungsformen und aktuelle Entwicklungen“ statt. Organisiert wurde diese Veranstaltung von der Arbeitsgemeinschaft für Migration und Vielfalt des SPD Bezirks Braunschweig und moderiert von unserem Landtagsabgeordneten  Herrn Dr. Christos Pantazis. Die hierfür eingeladene Referentin, Frau Daniela Schlicht, arbeitet im niedersächsischen Verfassungsschutz mit genau dieser Problematik.

In dieser Präsentation begann Schlicht mit allgemeinen Begrifflichkeiten und erklärte, dass Salafismus eine politische Ideologie darstelle und zwingend von der islamischen Religion per se unterschieden werden müsse. Die Konfession „Islam“ werde in dieser politischen Position instrumentalisiert und als Legitimation für politische Zwecke genutzt.

Ziel von Salafisten sei das Errichten einer Staats-und Gesellschaftsform, die auf religiösen Normen beruhe. Das  bedeutet, der Islam in der politsierten Auslegung der Salafisten solle -zur Not unter Zwang- durchgesetzt werden. In ganz Deutschland gäbe es ca. 7000, in Niedersachsen rund 380  Personen, die sich zum Salafismus bekennen bzw. salafistsische Aktivitäten durchführen. Es sei aber davon auszugehen, dass es darüber hinaus Personen gib, die mit salafistischen Positionen symphatisieren, aber nicht dieser extremistischen Bewegung zugerechnet würden.

Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass vor allem junge Menschen in Deutschland sich dieser Bewegung anschließen. Sehr bedenklich ist aber auch, dass immer mehr junge deutsche Bürgerinnen und Bürger zum Islam salafistischer Prägung konvertieren und diese Bewegung fördern.

Der Verfassungsschutz bemühe sich, die Bevölkerung über dieses Thema zu sensibilisieren und damit präventiv tätig zu werden. Auf Anfrage stünden Referenten für Vorträge, Fortbildungen und Workshops zur Verfügung. Darüber hinaus werde derzeit über das die Beratungsstelle „beRATen“ aufgebaut, an die sich Familien, Freunde oder Lehrer von Menschen können, die sich salafistisch radikalisieren.