SPD fordert : Gleichstellung in der Privatwirtschaft

Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für junge Eltern und zur Förderung von Frauen in Betrieben standen in der Braunschweiger Stadthalle in einer Podiumsdiskussion mit 50 Besucherinnen und Besuchern im Mittelpunkt.“ Junge Eltern müssen unterstützt werden, familiäre Aufgaben und Beruf partnerschaftlich zu vereinbaren. Frauen wollen sich nicht auf Familie beschränken; Männer wollen sich nicht auf Arbeit beschränken“, so Annegret Ihbe, Vorsitzende der ASF und Mitglied im Bezirksvorstand.

Wie aber sieht es aus mit weiblichen Führungskräften in der männerdominierten Arbeitswelt?
Unter diesem Thema wurde eine spannende Diskussion zum Thema „Gesetzliche Quote zur Besetzung von Aufsichträten und Vorständen“ mit den Podiumsteilnehmerinnen und Teilnehmern geführt, moderiert von Christoph Bratmann, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Braunschweig.

Eine gesetzliche Quote allein bewirke kaum etwas und befördere nur eine vordergründige Diskussion, so Peter-Jürgen Schneider, Personalvorstand der Salzgitter AG. Eine gesetzliche Quote ist unbedingt erforderlich, so Betriebsrätin Gabriele Trittel, VW AG. Positive Vorbilder erhöhen die Aufmerksamkeit und geben Anreiz, so Trittel . Die kontroverse Diskussion wurde mit den Besucherinnen und Besuchern fortgeführt und zeigte ein großes Interesse daran, Frauen in männerdominierten Arbeitsfeldern zu stärken. Beispiele in Norwegen zur gesetzlichen Frauenquote seien erfolgreich, so ein Besucher.

Positive Beispiele und Maßnahmen zur Förderung von Frauen bei VW und VW Financial Services werden bereits durchgeführt, wie Sabine Ladinik, Frauenförderung VW AG und Anja Ludwig, Frauenförderung ,VW Financial darstellten: Betriebskindergärten, unterschiedliche Teilzeitmodelle, Notfalltelefon, Elternzeittreffen und Begleitung der Beschäftigten während der Elternzeit. sind nur einige hilfreiche Instrumente, wie die Gäste feststellten. Es muss nicht beim „Karriereknick“ bleiben auf dem Weg in die Vorstandsspitze, so eine Teilnehmerin. Es müsse auch die Unternehmenskultur, das Bewusstsein und Akzeptanz in der Belegschaft gefördert werden, so Sebastian Patta, Personalleiter VW Werk Braunschweig
 

"Die „gläserne Decke“ muss nun endlich auf dem Weg zu Führungsaufgaben durchbrochen werden“, so Marion Lenz, eine betroffene Mitarbeiterin. Sie versucht zur Zeit den Spagat zwischen Familie, Beruf und Karriere. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass dabei Unternehmen und Politik gefordert sind und die Frauen selbst auch.

Auf dem Weg zur Vereinbarkeit fordert die SPD:
– gute Arbeit mit gleicher Bezahlung für Frauen und Männer
– hochwertige Bildungs – und Betreuungsangebote für Kinder aller Altersgruppen
– Rechtsanspruch ab 1. Geburtstag auf Krippenplatz
– Verstärkter Ausbau der Ganztagsschulen
– Erhöhung des Frauenanteils in Betrieben und eine Frauenquote von 40% in Aufsichtsräten

„Schnelle Lösungen sind nicht in Sicht, aber ein deutliches Signal, ein klares Wollen zur Gleichstellung in der Privatwirtschaft von Unternehmen und Politik sind jetzt erforderlich“, so Annegret Ihbe

Bericht: Annegret Ihbe